Ausflüge in die Umgebung
Zu den unvergesslichen Erlebnissen von den Ausflügen in die größere Umgebung von Piešťany gehört bestimmt die Besichtigung des ausgedehnten Burgareals Červený Kameň (Roter Stein, Bibersburg). Die Burg befindet sich auf einem Berg über der Gemeinde Častá und wird als eine königliche Burg schon im 13. Jahrhundert erwähnt. Nach der Familie Thurzo war sie seit dem Jahr 1535 im Besitz der bekannten Unternehmensfamilie Fugger aus Augsburg. Diese baute die Burg zu einer mächtigen Renaissancefestung mit geräumigen Kellerräumen aus. Die Neugestaltung der Festung zu einem repräsentativen Adelssitz führten die Pálfys durch. Bedeutend war vor allem der barocke Umbau der Burg im 17. Jahrhundert. Neben der interessanten Architektur kann man dort heute auch eine reiche Sammlung historischer Möbel und des zeitgenössischen Wohnens bewundern.
Eine Burgruine kann man auch im dicht bewaldeten Gebiet nördlich der Gemeinde Dobrá Voda finden. Die Burg entstand als eine Wachburg im Grenzgebiet über dem Handelsweg durch den Gebirgskamm der Kleinen Karpaten an der Wende des 13. und 14. Jahrhunderts. Es war eine Bauart einer frühgotischen Festung mit dem ältesten oberen Burgteil. In der Vergangenheit gehörte sie den Familien Abov, Ctibor und Pálfy. In der Gemeinde kann man auch das Gedenkzimmer, gewidmet dem Dichter und Übersetzer Ján Hollý, besuchen.
Der Weg durch den ausgedehnten, langsam ansteigendem englischen Park, in dem man ein Gebäude eines Empiretheaters aus dem Jahre 1802 betrachten kann, führt den Besucher zu einem Barockkastell, das hier an der Stelle einer alten slawischen Burgstätte und einer mittelalterlichen Burg gebaut wurde. Es wechselte viele Besitzer, wurde auch von den Hussiten und später auch von den Türken besetzt. Seit dem Jahre 1720 gehörte es der Familie Erdödy, die die Burg zu einem vierflügeligen Barockkastell mit einem unregelmäßigen Innenhof und einer Kapelle umbauen ließen. Neben dem Schlossareal kann man in Hlohovec (Freistadt) auch zahlreiche Denkmäler ursprünglich gotischen Stils bewundern (Pfarrkirche, Kirche und Kloster der Franziskaner, Stadtspital).
Beide Lokalitäten sind mit einer bedeutenden Persönlichkeit der neuzeitigen slowakischen Geschichte verbunden - Milan Rastislav Štefánik. In der Gemeinde Košariská, im dortigen evangelischen Pfarrhaus, wurde er 1880 geboren. An dieses Ereignis erinnern heute eine Gedenktafel und ein kleines Museum. Der Berg Bradlo ist der Ort seiner letzten Ruhestätte. Das monumentale Objekt ist das Werk des nationalen Künstlers Dušan Jurkovič.
Der Burgkomplex auf einem Felsenschroff bildet heute immer noch das Wahrzeichen der Stadt Nitra (Neutra). Er entstand sukzessiv an Stelle einer großmährischen Burgstätte. Im 9. – 11. Jahrhundert war die Burg der Sitz der Fürsten von Neutra und großmährischen Herrscher. Bis heute ist sie der Sitz des Neutra Bistums. Das älteste erhaltene Bauwerk im Burgareal ist die romanische Kirche des hl. Emeramus, die heute ein Bestandteil der Bischofskathedrale ist. In der Nachbarschaft befindet sich das vierflügelige Bischofspalais. In der Gegenwart hat das Burgareal einen dreieckigen Grundriss mit einer groß angelegten, imposanten Renaissance-Barock Festung mit Basteien aus dem 17. Jahrhundert.
In der Burg endet die Stadtbesichtung bestimmt nicht. Der Besucher hat auch die Möglichkeit sich in aller Ruhe in den zahlreichen Kirchen aufzuhalten, oder nach Spuren der fernen Vergangenheit auf dem berühmten Berg Zobor zu schreiten.
Der wahre Liebhaber der fernen Vergangenheit lässt bestimmt den Besuch der archäologischen Exposition in der Natur in der Gemeinde Očkov nicht aus. Neben den zahlreichen historischen Artefakten, die hier aufgedeckt und anschließend ausgestellt wurden, ist ein sehenswürdiger Fund ein Grabhügel eines Häuptlings aus der jüngeren Bronzezeit.
Direkt über der Stadt, auf einem steilen Felsen erhebt sich schon seit einigen Jahrhunderten die ausgedehnte Burg Trentschin. Die bekannte Inschrift auf dem Burgfelsen zeugt davon, dass die Anfänge der Burg bis in die Zeit des römischen Reiches zurückreichen. Im 11. Jahrhundert war sie eine königliche Wachburg. An der Wende des 13. und 14. Jahrhunderts war sie im Besitz von Matthias Tschak von Trentschin, der die Burg ausbauen ließ. Er ließ einen Wohnpalast bauen und den bis heute alles überragenden Matthias Turm. Für seine Entwicklung waren die Umbauten im 14. und 15. Jahrhundert und die Bauaktivitäten der Familie Zápoľský im 16. Jahrhundert ausschlaggebend. Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Objekt von einem Brand beschädigt und seit dem 19. Jahrhundert wurden dort Renovierungs- und Konservierungsarbeiten durchgeführt. Das heutige Burgareal bildet, neben dem erwähnten Turm, ein Komplex von Palästen. Es wurde hier auch der, von Legenden umsponnene, Liebesbrunnen erhalten. In den Interieurs der Burgräume sind zahlreiche Sammlungen ausgestellt.
Der Blick von der Höhe des Burgfelsens ist in Trentschin eine ideale Möglichkeit zur Markierung der Strecke einer weiteren Besichtigung durch den historischen Kern dieser malerischen Stadt.
Direkt über der Gemeinde Beckov ragt eine ausgedehnte Ruine einer in der Vergangenheit mächtigen Grenzwachburg empor. Sie wird schon in der Anonymus Chronik aus der Wende des 12. und 13. Jahrhundert erwähnt. Jeder der Burgherrn (Matthias Tschak von Trentschin, Familie Ctibor, Familie Bánfi) unternahm auf der Burg bedeutende Bautätigkeiten, deren Überreste (auch aufgrund des Brandes im dem Jahre 1729) wir heute nur in den konservierten Ruinen bewundern können. Von der Höhe des Burgfelsens kann sich der Besucher die Strecke der Besichtigung von weiteren Sehenswürdigkeiten von Beckov bestimmen: die Spätrenaissance-Kurien, die Franziskaner Kirche und Kloster, die Evangelische Kirche und Kloster, die Ambro Kurie (Museum), den jüdischen Friedhof.
Nach der kurzen Besichtigung von Čachtice, z. B. Draškovič Kastell (Museum), der gotischen Kirche mit dem Pfarrhaus, in dem sich im Jahre 1847 die Mitglieder des Vereins Tatrín trafen, ist es ein sehr angenehmes Erlebnis ein Spaziergang auf die Burg. Ihre Geschichte reicht bis ins 13. Jahrhundert, als sie in das System der Wachburgen im Grenzgebiet gehörte. Jeder von ihren Burgherrn (Matthias Tschak von Trentschin, Familie Ctibor, Familie Nádašdi) baute die Burg aus und besserte sie auf. Im Jahre 1708 wurde sie während des Ständeaufständes von der Armee des Franz Rákoczi gestürmt und ausgebrannt. Seitdem war sie verlassen und deswegen können wir heute hier bereits nur die Ruinen der oberen, mittleren und unteren Burg mit Befestigung und Fragmenten der Renaissance-Dachkrönungen mit ursprünglichem Mauerputz bewundern. Die Burg von Čachtice wurde durch die blutrünstige Gräfin Elisabeth Bathory (1560 – 1614) auf traurige Weise berühmt.
Alle Musikliebhaber werden bestimmt von dem Besuch des klassizistischen Kastells in Dolná Krupá angelockt. Dieses wurde Ende des 18. Jahrhunderts, als ein Repräsentationssitz der Familie Brunswick gebaut. Die heutige Form bekam das Kastell nach einem Umbau, der Anfang des 19. Jahrhunderts nach dem Projekt des A. P. Rigel realisiert wurde. Das Kastell wird von einem ausgedehnten englischen Park umschlossen, in dem wohl auch der Komponist Ludwig van Beethoven spazierte, dem auch ein Teil der Musikexposition des Museums gewidmet ist.
Ein herrlicher Blick bietet sich jedem, der auf den Berg Kostolec hinaufsteigt, der über der Gemeinde Ducové ragt. Seit Mitte des 9. bis zum 10. Jahrhundert war er der Sitz eines großmährischen Fürsten. An diese Zeiten wird heute von den erhaltenen Mauern der Objekte der Rotunde, der Wohn- und Wirtschaftsräume erinnert, die von der Palisadenbefestigung umschlingen werden.
In der Gemeinde Moravany nad Váhom, die durch den Fund der Statue der Venus von Moravany (vor 22 800 Jahren) bekannt ist, konnte man heute das Renaissance - Kastell aus dem Ende 16. Jahrhundert bewundern. In dem weitläufigen Park des Kastells hat eine Galerie der Plastiken von Künstlern aus der ganzen Welt befunden.
Die Ruine der Burg in Oponice, die Anfang des 14. Jahrhunderts gegründet wurde, zeugt auch heute über die konzentrische Gestaltung der ursprünglichen zweiteiligen mittelalterlichen Burg. Sie gehörte in der Vergangenheit einigen Besitzern. Der letzte, der sich auf der Burg aufhielt, war Blažej Apponyi, irgendwann vor dem Jahr 1645. Nach einem großen Feuer zog er in das bequemere Renaissance-Kastell in der Gemeinde um. Heute befindet sich im Kastell die Apponyi Bibliothek und ein Jagdmuseum.
Die Beliebtheit des Naiven Theaters von Radošina lockt bestimmt viele Besucher auch in die landesübliche Weinbaugemeinde Radošina. Nach der Weinverkostung bleibt wohl jeder auch am Kastellgebäude stehen, das hier Anfang des 17. Jahrhunderts als Sommerresidenz des Bischofs von Neutra gebaut wurde.
Hoch in den Bergen des Gebirges Považský Inovec ist die Ruine der Burg Tematín versteckt, die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand, als eine der Wachburgen über dem Weg durch das Tal des Flusses Váh (Waag). Die Burg wechselte sehr oft ihren Besitzer. Auf der Burg wurde auch der künftige Hauptkommandant des aufständischen Heeres des Franz Rákoczi Nikolaus Bercsényi geboren, deswegen wurde die Burg Anfang des 18. Jahrhunderts während eines Ständeaufständes vom Kaiserheer zerstört. Der frühgotische Prismenturm und der Burgpalast dominieren allerdings immer noch das Burgareal.
Die Ruinen der Burg von Topoľčany, deren älteste Teile in die Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert sind, erstrecken sich bis heute über der Gemeinde Podhradie. Im Laufe der Jahre wurde die Burg ständig um neue Burghöfe ausgebaut. Ihr Endgrundriss ist besonders symmetrisch. Im 15. Jahrhundert gehörte sie zu den Hauptzentren der Hussitenheere im Neutra Gebiet. Eine Erinnerung an die romantischen Burgrekonstruktionen im 19. Jahrhundert ist der Fertigbau des Burgturms, der der Burg ihre typische Silhouette verleiht. Ein Teil der Burgruine ist restauriert worden.
Obwohl die Geschichte der Burg von Smolenice bis in das 14. Jahrhundert reicht, ihre heutige Form eines romantischen Schlosses ist das Ergebnis eines umfangreichen Umbaus der beschädigten und heruntergekommenen Burg, die in den Jahren 1864 bis 1945 die Familie Pálfi durchführte, der das Objekt schon seit dem 16. Jahrhundert gehörte. Von der alten Burg ist nur ein Teil der Außenbefestigung mit der Kanonenbastei erhalten geblieben. Der neue Teil, den der mächtige Zentralturm dominiert, durch den Grundriss die ursprüngliche mittelalterliche Burg. Neben einem Spaziergang in dem umliegenden Park des Schlosses und der Besichtung der Exterieurs des Schlosses, kann der Besucher heute auch einen Teil der zugänglich gemachten Interieurs bewundern.
Es lohnt sich bestimmt die Stadt Trnava (Tyrnau) zu besuchen; Die älteste slowakische königliche Stadt in der Slowakei (1238). Nach einem vernichtenden Brand aus der Wende des 13. und 14. Jahrhundert, kam es zu einer Blütezeit der Stadt im 16. Jahrhundert, als Tyrnau die Aufgabe des geistlichen Zentrums des Landes übernahm. In den Jahren 1635 – 1777 war sie das Zentrum der Universität von Tyrnau. In dieser Zeit wuchsen in der Stadt viele barocke Kostbarkeiten, wie das Komplex der Universitätsgebäude mit der Basilika des hl. Johannes des Täufers, die Kirche und das Kloster der hl. Dreifaltigkeit. Es wurden auch ältere Objekte der Sakralarchitektur erhalten (die Spitalkirche der hl. Helena, die Pfarrkirche des hl. Nikolaus, die Franziskanerkirche des hl. Jakob mit dem angelegten Klostergebäude). Von diesen Bauten wurden viele im Barockstil umgebaut, womit die Silhouetten ihrer Türme und Türmchen Tyrnau den Namen “Kleines Rom” einbrachten. Von der Höhe des Stadtturms (1574) kann man den historischen Stadtkern bewundern, noch heute ist er in den Überresten der mittelalterlichen Befestigung umschlossen.
Neben den Sehenswürdigkeiten, wie einer kleinen romanisch-gotischen Kirche, dem „schiefen Turm“ - Glockenturm, der jüdischen Synagoge, kann man in Vrbové auch das Gebäude einer Adelskurie aus dem Ende des 17. Jahrhunderts bewundern. Sie wurde von den Vorfahren des berühmten Reisenden und Abenteurers Móric Beňovský gebaut, der in diesem Haus im Jahre 1746 geboren wurde.


































